ChatGPT prägt Unternehmenssprache: KI-Floskeln verdoppeln sich jährlich in Geschäftsdokumenten
Eine Barron's-Analyse zeigt: Typische ChatGPT-Formulierungsmuster wie 'not just X, it's Y' verdoppeln sich seit 2024 jährlich in US-Geschäftsdokumenten – messbar erkennbar über Pressemitteilungen, SEC-Einreichungen und Analystengespräche.
Quantifizierbare KI-Signatur in Geschäftsdokumenten
Eine Analyse des Finanzmagazins Barron's, durchgeführt auf Basis der Dokumentenbibliothek von AlphaSense, zeigt ein präzise messbares Phänomen: Die für ChatGPT charakteristische Formulierung „not just a ___, it's a ___" (auf Deutsch: „Es ist nicht nur X, es ist Y") ist in US-Unternehmenstexten seit 2024 exponentiell angestiegen. In Pressemitteilungen, SEC-Einreichungen und Transkripten von Analystenkonferenzen verdoppelte sich die Häufigkeit 2024 auf rund 100 Dokumente und 2025 erneut auf ca. 208.
Die Erkenntnis hat methodische Relevanz: Sprachmodelle hinterlassen nachweisbare stilistische Signaturen, die mit Textanalyse-Tools detektierbar sind. Dies öffnet Fragen zur Authentizität und Nachvollziehbarkeit KI-generierter Unternehmenstexte. Gleichzeitig deutet die Verbreitung darauf hin, dass ein Großteil der PR- und IR-Kommunikation ohne ausreichendes menschliches Editing direkt aus LLM-Ausgaben übernommen wird.
Eine Muck-Rack-Umfrage ergänzt das Bild: Drei Viertel aller PR-Fachleute nutzen KI bei der Arbeit, primär für Texterstellung und -bearbeitung. Die Frage ist weniger ob KI eingesetzt wird – sondern wie bewusst und kompetent.
Quelle: Barron's / The Decoder